
Reduktion
Reduktion ist für uns sehr positiv besetzt, also erwünscht und kommt in unseren Weinen natürlich vor. Dies äußert sich besonders in der Aromatik des Weines, die sich in Anklängen von Feuerstein, Popcorn, Zündholz, verbrannter Gummi (Pole Position) manifestieren kann.
Die von Hefen und Bakterien erzeugten aromatischen Schwefelverbindungen treten dann häufiger im Wein auf, wenn die Reben in steinigen, weniger fruchtbaren Böden in die Tiefe wurzeln. Weniger Stickstoff im Boden bedeutet meist auch weniger hefeverfügbaren Stickstoff im Most, eine langsamere Gärung und in Folge mehr reduktive Aromen im Jungwein. Im Zuge der oft jahrelangen Reifung auf der natürlichen Hefe im Fass oder den Amphoren kommt es zu einer positiven Integration der oben beschriebenen Aromen und letztendlich zu mehr Komplexität und Spannung im Wein.
In der Chemie versteht man unter Reduktion die Aufnahme von Elektronen (Aufnahme von Wasserstoff oder die Abgabe von Sauerstoff). Daher sind die Weine in der Jugend oft reduktiv, erst mit der Reifung (Oxidation, Aufnahme von Sauerstoff) verändern sich die Aromen.