

Die Landschaft zum Sprechen bringen
Die Landschaftselemente, die für unsere Weingärten prägend sind, reichen vom südlichsten Terrassenrand der Parndorfer Platte über den Neusiedler See bis zu den östlichsten Ausläufern der österreichischen Kalkalpen, dem Leithagebirge.
Im Wein schmeckt man den Kalkstein, der die Wärme reflektiert oder den Glimmerschiefer, der die Sonnenstrahlen in sich aufnimmt. Man spürt die Kühle des Waldes, die Witterungsbedingungen des jeweiligen Jahres.

Rund um den Neusiedler See

Alter Berg
Oberhalb der Ortschaft von Winden neigt sich die Lage Alter Berg gegen Südosten. Der Boden ist geprägt vom Leithakalk. Dahinter beginnt der Wald mit kühlender Wirkung im Sommer und schützender Funktion gegen die Winde im Winter.
- Winden am See
- Kalksandstein
- Leithakalk
- tertiärer Muschelkalk
- Blaufränkisch
- Chardonnay
- Gelber Traminer
- Weißburgunder


2006 haben wir unseren ersten Weingarten am Alter Berg gekauft und damit den Sprung ins Leithagebirge gewagt. Damals lagen mehr als zwei Drittel der Flächen brach. Die Lage galt als zu steinig und zu schwierig zu bewirtschaften.
Die Rekultivierung der Parzellen kostete viel Arbeit und Energie, aber wir sind überzeugt vom einzigartigen Terroir. Wir sahen von Beginn an eine perfekte Ergänzung zu den sonnenverwöhnten Südhanglagen Gabarinza und Salzberg in Gols.
Was als Experiment begann und im großen Lagenwein Blaufränkisch Alter Berg mündete, hat sich als zukunftstragend erwiesen. Neben dem Blaufränkisch wachsen heute Chardonnay, Weißburgunder und gelber Traminer. Unsere Verbundenheit wächst mit den Jahren immer weiter.
Steht man an der südostexponierten Hanglage ist oberhalb der Riede der kühlende Wald, unten blickt man auf den Neusiedlersee, in den Zeilen wachsen riesige Kirschbäume und überall in dem von kargem Kalkstein geprägten Boden findet man Millionen alte Fossilien aus dem Urmeer, die dem Wein seine Mineralität verleihen.
Sowohl die Weißweine als auch der Blaufränkisch sind von deutlicher Salzigkeit am Gaumen, von floralen, kühlen Aromen und einer kompakten und festen Struktur geprägt.
Am Alter Berg werden mikroklimatische Unterschiede spürbar, ausgehend von der Exposition, der Höhenlage und dem nahen Wald. Der Kalkstein als hellere Komponente im Boden reflektiert die Sonne und vermittelt dem Wein mehr Kühle und Frische.

Der Alte Berg ist ein immenser Kalksockel, den man durch kontinuierliche Begrünung vor Erosion schützen muss. Die Reben wurzeln direkt auf mürbem Kalkstein und Kalkschutt. Steine und Felsbrocken sind omnipräsent, die Humusauflage ist karg.
Umso wichtiger ist es das Bodenleben aktiv zu halten und der Biodiversität Platz einzuräumen. Ins Landschaftsbild mischen sich Bäume, Sträucher und Steinhaufen, die Reptilien und Insekten Refugien bieten.

Mehr anzeigen
Edelgraben
Die höchste südöstlich geneigte Hanglage liegt oberhalb von Breitenbrunn und grenzt an einen riesigen Eichen- und Buchenwald, der das Mesoklima positiv beeinflusst. Die Böden werden dominiert von mineralreichem Glimmerschiefer.
- Breitenbrunn
- Glimmerschiefer
- Quarzitschiefer
- Blaufränkisch
- Pinot Noir
- Chardonnay
- Weißburgunder


Die sanft abfallenden Hänge des Leithagebirges befinden sich am Übergang zwischen den Alpen und der Ungarischen Tiefebene. Waldbestände, Waldrandbiotope, Trockenrasen, Weingärten und Streuobstwiesen wechseln sich ab, Natur- und Kulturlandschaft greifen ineinander. Daraus resultiert eine große Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten. Hier trifft man auf Wiedehopf, Eichelhäher, Siebenschläfer, Haselmaus, Schlingnattern, Äskulapnattern und Smaragdeidechsen.
Inmitten der Vielfalt wurzeln auf Glimmerschiefer und Quarzitschieferböden Blaufränkisch, Pinot Noir, Weißburgunder und Chardonnay. Der harte Glimmerschiefer zwingt die Reben tief zu wurzeln und ihre Kraft auf wenige Trauben zu konzentrieren.
Eine Folge des metamorphen Bodens ist ein geringerer Ertrag und mehr Charakter im Wein. Das Ergebnis sind vielschichtige und tiefgründige Weine, die ihre Herkunft widerspiegeln.
Und so findet man in vielen unserer Weine den Edelgraben wieder: Der Chardonnay vom Edelgraben bildet die perfekte Ergänzung zum Grauburgunder in der Grauen Freyheit, der Weißburgunder ist in der Weiszen Freyheit zu finden und der Pinot Noir in der Pinot Freyheit.

Am Edelgraben kommt das uralte kristalline Grundgebirge zu Tage. Das vor 350 Millionen Jahren aus Sedimenten entstandene Gestein ist verwitterungsfreudig und bildet dadurch einen kargen Oberboden aus blättrigen Schuppen und mit teils gröberen Brocken.
Diese Steine verleihen unseren Weinen diese für den mineralreichen Schiefer so typischen Noten. Man spürt dunkle, graphitige Töne, der höhere Eisen- und Kaliumgehalt des Bodens lässt vor allem die Rotweine dünkler erscheinen und bringt zudem auch noch mehre salzige Elemente in den Wein.

Und weil wir im Leithagebirge am kühlen Waldrand so eine große Zukunft sehen, haben wir in den letzten Jahren weitere spätreifende Weißwein-Sorten wie Furmint und Welschriesling ausgepflanzt, neben den Hauptsorten Weißburgunder und Chardonnay.

Mehr anzeigen
Gabarinza
Die Toplage Gabarinza ist eine in zwei Wellen zur Parndorfer Platte ansteigende Südwesthanglage, die sich in Lange und Kurze Gabarinza unterteilt. Die zum See geneigten Weingärten sind geprägt von eiszeitlichem, rotem Terrassenschotter und feinkörnigen sandig-lehmigen Sedimentböden.
- Gols
- sandiger Lehm
- roter Donauschotter
- Blaufränkisch
- Merlot
- Zweigelt


Hier hat alles seinen Ausgang genommen. Mit dem Jahrgang 1990 haben Gernot und Heike den ersten gemeinsamen Wein auf den Markt gebracht: Gabarinza, benannt nach einer der ältesten und besten Golser Hanglagen.
Diese vielschichtige Cuvée Gabarinza besteht aus den beiden autochthonen Rebsorten Zweigelt und Blaufränkisch sowie Merlot. Ein Lagenwein, deutlich vom Terroir geprägt und mit großem Reifepotenzial. Die Reben wurzeln in eiszeitlichem Terrassenschotter und im Hangbereich auf feinkörnig sandig-kalkigen Seesedimenten mit deutlichem Lehmanteil.
Das Besondere an dieser Lage sind die beiden Wellen, die ein unterschiedliches Mesoklima mit sich bringen. Zwischen der 158 Meter hochliegenden Kuppe und dem fast 30 Meter tieferen Hangfuß gibt es erstaunliche Temperaturunterschiede.
Bei den unteren, sogenannten Kurzen Gabarinza und auch im östlichen Teil des Langen Gabarinza ist die Wärme stärker fühlbar. Der Boden ist humoser, dunkler und tiefgründiger und nimmt die Wärme stärker auf. Diese Bedingungen kommen insbesondere der Sorte Zweigelt sehr entgegen.
Den langen Gabarinza hinauf in Richtung Parndorfer Platte ergänzt Schotter den seichter werdenden Lehm. Blaufränkischreihen gesellen sich zum Merlot. Kühle Winde wehen über die Gabarinzakuppe und sorgen für Balance im Wein, ebenso wie die drei in dieser Cuvée vereinten Rebsorten Zweigelt, Blaufränkisch und Merlot.

Mehr anzeigen
Salzberg
Der Salzberg ist eine unserer Toplagen am Südwesthang am Rand der Parndorfer Platte. Er fördert mit seinem langen, zur Sonne geneigten Hang die Reifeentwicklung unserer Trauben und vermittelt den dort ausschließlich angebauten Rotweinsorten die Dichte, Komplexität und Struktur, die für diesen Wein so bezeichnend sind.
- Gols
- sandiger Lehm
- kalkige Sedimente
- Blaufränkisch
- Merlot
- Zweigelt


Mit dem Salzberg sind wir in den 1990er Jahren Parzelle um Parzelle gewachsen und erweiterten damit das Spektrum unserer Boden- und Geschmacksprofile.
Die Lage lebt von ihrer faszinierenden Vielgestaltigkeit der Böden - von tonig-schluffig, über kalkig bis sandig-schottrig. Wasser gibt es wenig, die Trauben sind locker, die Beeren klein und dickschalig. Perfekte Bedingungen für vielschichtige, kräftige Rotweine!
Mit dem Jahrgang 1999 ist unsere erste gleichnamige Cuvée Salzberg auf den Markt gekommen. Seitdem gibt es (fast) jedes Jahr eine Top Cuvée aus den besten handverlesenen Trauben Blaufränkisch und Merlot.
Mit dem zunehmenden Alter der Rebstöcke wächst nicht nur ihre Resilienz, sondern auch die Qualität der Weine. Die Rebe profitiert von tiefen Wurzeln und besserer Anpassung an ihre Umgebung, im Wein spürt man einen ausgeprägten Terroir-Charakter und mehr Tiefgang.

Am Fuße des Salzbergs befindet sich unser Weingut. Hier reift der Wein in acht Metern Tiefe. Hier weiden die Gänse, grasen die Schafe auf den Wiesen rund um das Weingut. Seit 2014 sind die Tiere fester Bestandteil vom Hofleben und schließen den biodynamischen Kreislauf.
Schon allein wegen der geographischen Nähe verbinden wir mit dieser Lage emotionalen Wert. Im Frühjahr nisten am Salzberg die Bienenfresser, Rehe weiden in der saftigen Begrünung, im Sommer führt jeder Spaziergang den Hang nach oben, der Blick über den See, im Herbst werden die Trauben händisch gelesen, an klaren Wintertagen glänzt der Schneeberg am Horizont.
